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Geschichtliche Entwicklung der
Freiwilligen Feuerwehr Edingen
Im Jahr 1933 war es auch in Edingen soweit; den Beispielen aus der Umgebung folgend wurde hier eine
Freiwillige Feuerwehr gegründet. Leider sind aus der Gründungs- und Folgezeit keinerlei Unterlagen vorhanden; über entsprechende Aktivitäten bezüglich des Brandschutzes vor der Gründung ist ebenso Konkretes nicht bekannt.
An Gerätschaften zur Brandbekämpfung standen damals eine alte Handdruckspritze, eine
motorgetriebene Feuerlöschpumpe wurde angeschafft. Dieses Aggregat ist noch heute erhalten.
Die erste ernsthafte Bewährungsprobe musste die Motorspritze 1938 beim Brand
der Pfarrscheune in Greifenstein bestehen.
Mit dem zweiten Weltkrieg kam das Vereinsgeschehen praktisch zum Erliegen.
Trotz des allgemein herrschenden Chaos nach dem Zusammenbruch 1945 fanden sich nach etwa
zwei Jahren genügend Kameraden bereit, um den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr wieder aufleben zu lassen.
Besondere Erwähnung verdient der Brand am 6. Dezember 1948 im landwirtschaftlichen Anwesen
eines Edinger Bürgers. Zwar konnte das Wohngebäude durch den Einsatz der Feuerwehrmänner gerettet werden;
die allgemeine Aufregung bei den Löscharbeiten forderte jedoch ein Todesopfer.
Erwähnenswert ist auch der Großbrand bei der Firma Haas & Sohn am 9. Januar 1958 in Sinn,
wobei die Edinger Freiwillige Feuerwehr als eine der ersten auswärtigen Wehren an der
Einsatzstelle eintraf und bis spät in die Nacht bei den Löscharbeiten half.
1958 konnte die Freiwillige Feuerwehr Edingen mit einem groß angelegten Fest ihr 25-jähriges Jubiläum begehen.
Etwa ab dieser Zeit verlor die Landwirtschaft ihr dominierende gesellschaftliche Bedeutung;
Zivilisation und Technik wurden Lebens bestimmend. Das wirkte sich auch auf die Feuerwehr aus.
Ausrüstung und Geräte mussten angepasst werden und die Aufgaben erfuhren Veränderungen und Vermehrungen.
Eine neue Motorspritze mit einer Leistung von 800l pro Min. und ein Anhänger mit feuerwehrtechnischer Beladung
wurden 1959 angeschafft und 1965 erfolgte der Kauf das ersten, wenn auch gebrauchten Löschfahrzeuges
die Anpassung an die veränderte Zeit wurde realisiert.
Mit dem Bau eines Gerätehauses und die Anschaffung eines Löschfahrzeuges in 1967 bzw. 1972
wurde der Brandschutz in Edingen längerfristig gesichert. Es folgten sinngemäß Funkausrüstung und Atemschutzgeräte
sowie die intensive Ausbildung der Feuerwehrleute in besonderen feuerwehrtechnischen Lehrgänge.
Die Entstehung der Großgemeinde Sinn mit den Ortsteilen Sinn, Fleisbach und Edingen hatte auch Einfluss
auf die Freiwilligen Feuerwehren: Ein Gemeindebrandinspektor (vormals Ortsbrandmeister) ist
für alle Gemeindeteile zuständig, die Ortsteilwehren behalten jedoch weitestgehend ihr Selbständigkeit
unter ihrem Wehrführer und damit ihren eigenständigen Charakter.
Die Anschaffung eines Mannschaftswagen im Jahre 1981 machte die Freiwillige Feuerwehr Edingen noch beweglicher;
für alle Einsätze, Übungen und Veranstaltungsbesuche brauchten nunmehr keine
privaten Fahrzeuge der Feuerwehrmänner benutzt zu werden.
Zwei Mitbegründer unserer Feuerwehr von 1933 konnten beim 50-jährigen Bestehen in 1983 geehrt werden;
dieses Jubiläum wurde mit allen Nachbarwehren, die uns als Gäste beehrten, festlich begangen.
Unvergessen bleiben die beiden umfangreichsten und spektakulärsten Einsätze unserer
Edinger Freiwilligen Feuerwehr bei dem Jahrhunderthochwasser am 07.021984:
Und am 07.07.1987 bei der Tanklastzugkatastrophe in Herborn.
Das 60 jährige Jubiläum wurde in 1993 in kleinem Rahmen gefeiert.
Der jüngste Geschichtsabschnitt der Edinger Feuerwehr ist von durchaus positiven Ereignissen und Umständen geprägt:
Durch den Ausbau und die Sanierung des Gerätehauses in 1995 erhielten die Feuerwehrleute eine angemessene
und ansprechende Unterkunft.
Das zwischenzeitlich in die Jahre gekommene Löschfahrzeug LF8 wurde in
1996 durch ein neues TSF-W ersetzt.
Unser Nachwuchs fand 1997 mit der Gründung einer Jugendfeuerwehr den Weg zu den
Idealen der Feuerwehr. Diese wichtige Gruppe sichert unser Feuerwehrpersonal längerfristig;
zwischenzeitlich konnten die ersten Mitglieder in die Einsatzabteilung übernommen werden.
Besondere Erwähnung verdient der Zugang von Frauen in den aktiven Feuerwehrdienst,
die langjährige Auffassung von einer reinen Männerdomäne bei den Aufgaben in einer
Feuerwehr wurde somit revidiert und in Edingen erfolgreich widerlegt.
Zusammenfassend kann heute eine positive Bilanz gezogen und festgestellt werden, daß die zukünftigen
Aufgaben bewältigt werden können und das unsere Feuerwehr durch die Mitwirkung im
Vereinsleben weiterhin als wichtiger Faktor und Bestandteil von Edingen anzusehen ist.
März 2001 verfaßt von H. Eckhardt
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